FAQs


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1. IFPMA CLINICAL TRIALS PORTAL – Suchportal für klinische Studien

F: Warum entwickelt die pharmazeutische Industrie ein Portal zur Suche von Informationen über klinische Studien?
F: Welche Informationen kann ich durch Zugriff auf das Portal finden?
F: Wie funktioniert das Portal?
F: Wie kann ich meine Suchergebnisse ausdrucken?


2.  KLINISCHE PRUFUNGEN/STUDIEN

F: Was ist eine klinische Studie?
F: Warum die Teilnahme an einer klinischen Studie?
F: Wo kommen die Ideen für eine Studie her?
F: Wer sind die Sponsoren von klinischen Studien und wo werden Studien durchgeführt?
F: Was ist ein Prüfplan (Prüfprotokoll)?
F: Was ist ein Placebo?
F: Was ist eine Kontrolle oder eine Kontrollgruppe?
F: Welche verschiedenen Arten von klinischen Prüfungen/Studien gibt es?
F: Welches sind die Phasen von klinischen Studien?


3.  TEILNAHME AN EINER KLINISCHEN PRÜFUNG/STUDIE

F: Wer kann an einer klinischen Studie teilnehmen?
F: Was geschieht im Laufe einer klinischen Studie?
F: Was ist eine Einwilligungserklärung?
F: Wie sollte sich ein potentieller Teilnehmer einer klinischen Studie auf die Besprechung mit dem Forschungskoordinator oder Arzt vorbereiten?
F: Was sollte man vor der Teilnahme an einer Studie bedenken?
F: Bleibt ein Teilnehmer während der Studie mit dem Hausarzt in Verbindung?
F: Was sind Nebenwirkungen und unerwünschte Reaktionen?
F: Was sind die möglichen Vorteile und Risiken der Teilnahme an einer klinischen Studie?
F: Wie wird die Sicherheit des Teilnehmers geschützt?
F: Kann ein Teilnehmer eine klinische Studie beenden, nachdem sie begonnen hat?


4.  ÜBER DIE EINWILLIGUNGSERKLÄRUNG

Einführung
Sicherheitsvorkehrungen
Geschichte
Was zu erwarten ist
Was werde ich in dem Einwilligungserklärungsdokument vorfinden?
Weitere hilfreiche Tipps
Weitere Informationen




1. IFPMA CLINICAL TRIALS PORTAL – Suchportal für klinische Studien

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F: Warum entwickelt die pharmazeutische Industrie ein Portal zur Suche von Informationen über klinische Studien?
F: Welche Informationen kann ich durch Zugriff auf das Portal finden?
F: Wie funktioniert das Portal?
F: Wie kann ich meine Suchergebnisse ausdrucken?

F: Warum entwickelt die pharmazeutische Industrie ein Portal zur Suche von Informationen über klinische Studien?

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Die pharmazeutische Industrie erkennt an, dass ein breiter Zugang zu Informationen über klinische Studien von bedeutendem Vorteil für Patienten und Ärzte ist, weil dies zur Vereinfachung von medizinischen Entscheidungen über mögliche Therapien beitragen kann. Im Rahmen einer  gemeinsamen Position von EFPIA/IFPMA/JPMA/PhRMA über die Offenlegung von Informationen über klinische Studien anhand von Registern und Datenbanken für klinische Studien , die im Januar 2005 von der Industrie herausgegeben und im November 2009 aktualisiert wurde, haben sich Arzneimittelhersteller dazu verpflichtet, Informationen zu laufenden klinischen Studien (Register für klinische Studien) sowie Ergebnisse von klinischen Studien (Datenbanken für Ergebnisse von klinischen Studien) zugänglich zu machen. Durch die Bereitstellung einer einzigen benutzerfreundlichen Website will das IFPMA-Portal die Suche von Patienten und Ärzten nach umfassenden Informationen zu klinischen Studien vereinfachen.

F: Welche Informationen kann ich durch Zugriff auf das Portal finden?

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Das neue Internet-Such-Portal stellt Verbindungen (Links) zu Internetseiten von IFPMA-Mitgliedsfirmen her, sowie zu anderen kommerziellen oder von Regierungen unterstützten Internetseiten, die von pharmazeutischen Firmen zur Verfügung gestellte Informationen über klinische Studien enthalten.
Erstens kann das Portal zur Durchsuchung der genannten Internetseiten nach Informationen über neu begonnene klinische Studien dienen, die durchgeführt werden, um den therapeutischen Nutzen des jeweiligen Medikaments zu bestimmen. In diesem Fall können Patienten (gemeinsam mit ihren Ärzten) auch Informationen finden, wie sie sich über die Teilnahme an einer bestimmten laufenden Studie erkundigen können.
Zweitens ermöglicht das Portal dem Benutzer das Auffinden von klinischen Studien, die mit Medikamenten durchgeführt wurden, welche schon zur Vermarktung zugelassen sind. Die Arzneimittelhersteller haben sich dazu verpflichtet, diese Ergebnisse in einer werbungsfreien Zusammenfassung, ungeachtet des Studienergebnisses, offen zu legen.

F: Wie funktioniert das Portal?

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Mit Hilfe des Portals können die zur Verfügung stehenden Register und Datenbanken, die Informationen zu klinischen Studien enthalten, durchsucht werden. Bei Eingabe eines Suchtextes, wie zum Beispiel der Name eines Medikaments oder der Begriff für eine Krankheit wie ‚Krebs’ oder ‚Hypertonie’, wird die Suchmaschine die entsprechenden Informationen auf den mit der Suchmaschine verbundenen Internetseiten sammeln und wiedergeben.

F: Wie kann ich meine Suchergebnisse ausdrucken?

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Sie werden feststellen, dass die Suchergebnisse lesbarer sind, wenn sie im Querformat gedruckt werden. Im Internet Explorer können Sie das Querformat einstellen, indem sie auf ‚Datei’ klicken (in der oberen linken Ecke Ihres Browsers) und anschließend auf ‚Drucken’. Wählen Sie ‚Einstellungen’ und markieren Sie dort ‚Querformat’. Klicken Sie anschliessend ‚OK’ und ‚Drucken’.





2.  KLINISCHE PRUFUNGEN/STUDIEN

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Die folgenden häufig gestellten Fragen sind wichtig zum Verständnis des besonderen Ablaufs einer klinischen Studie.

F: Was ist eine klinische Studie?
F: Warum die Teilnahme an einer klinischen Studie?
F: Wo kommen die Ideen für eine Studie her?
F: Wer sind die Sponsoren von klinischen Studien und wo werden Studien durchgeführt?
F: Was ist ein Prüfplan (Prüfprotokoll)?
F: Was ist ein Placebo?
F: Was ist eine Kontrolle oder eine Kontrollgruppe?
F: Welche verschiedenen Arten von klinischen Prüfungen/Studien gibt es?
F: Welches sind die Phasen von klinischen Studien?

F: Was ist eine klinische Studie?

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Eine klinische Studie dient der Beantwortung spezifischer Fragen zu einer neuen medizinischen Behandlung (Medikament, Medizinprodukt, neue Therapien, Impfstoffe) oder zu neuen Einsatzmöglichkeiten bekannter Behandlungen. Klinische Studien (auch klinische Prüfung genannt) ermitteln, ob derartige neue Behandlungen sowohl sicher als auch wirksam sind. Sorgfältig durchgeführte klinische Studien sind der schnellste und sicherste Weg, wirksame Behandlungen für Krankheiten zu finden.

F: Warum die Teilnahme an einer klinischen Studie?

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Klinische Studien ermöglichen Teilnehmern die aktivere Mitwirkung an ihrer Gesundheitsversorgung, Zugang zu innovativen Behandlungen, bevor diese gängige Praxis sind, und die Möglichkeit, anderen durch ihren Beitrag zur medizinischen Forschung zu helfen.

F: Wo kommen die Ideen für eine Studie her?

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Ideen für klinische Studien gehen gewöhnlich von Forschern aus. Nachdem Forscher neue Therapien oder Verfahren im Labor und im Rahmen von Tierversuchen (vorklinischen Studien) getestet haben, werden die Behandlungen, welche aussichtsreichsten Laborergebnisse aufwiesen, in klinischen Prüfungen/Studien weitergeführt. Aufgrund der Durchführung klinischer Studien werden weitere Informationen über eine neue Behandlung, deren Risiken, sowie deren möglichen Erfolg bzw. Nichterfolg, gewonnen.

F: Wer sind die Sponsoren von klinischen Studien und wo werden Studien durchgeführt?

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Klinische Studien werden von einer Vielzahl von Organisationen bzw. einzelnen Personen wie Ärzten, von medizinischen Institutionen, Stiftungen, freiwilligen Gruppen und von pharmazeutischen Firmen gefördert bzw. finanziell unterstützt. Derartige Studien werden an verschiedenen Stätten durchgeführt, u. a. in Krankenhäusern, an Universitäten, in Arztpraxen oder in öffentlichen Kliniken.

F: Was ist ein Prüfplan (Protokoll)?

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Ein Prüfplan (auch Prüfprotokoll genannt) ist ein Studienplan, der sich speziell auf eine klinische Prüfung/Studie bezieht. Dieser Plan wird sorgfältig entwickelt, um die Gesundheit der Teilnehmer zu schützen und um bestimmte Forschungsfragen zu beantworten. Ein Prüfplan beschreibt das Profil der Studienteilnehmer, den zeitlichen Ablauf von Tests und Verfahren, die Gabe von Arzneimitteln und Dosierungen sowie die Länge der Studie. Während einer klinischen Studie werden die Teilnehmer gemäß den Vorgaben des Prüfplans regelmäßig zur Gesundheitsüberwachung von Forschern untersucht, um so die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu bestimmen.

F: Was ist ein Placebo?

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Ein Placebo ist nicht wirksam und besteht aus einer Tablette, einer Flüssigkeit oder einem Pulver ohne Behandlungswert. In klinischen Studien werden experimentelle Behandlungen oft mit Placebos verglichen, um damit die Wirksamkeit der Behandlung beurteilen zu können. In manchen Studien erhalten die Teilnehmer einer Kontrollgruppe ein Placebo anstelle des wirksamen Arzneimittels bzw. der wirksamen Behandlung.

F: Was ist eine Kontrolle oder eine Kontrollgruppe?

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Eine Kontrolle ist der Maßstab, an dem experimentelle Behandlungen gemessen werden. In vielen klinischen Studien wird eine Gruppe von Patienten mit einem experimentellen Arzneimittel oder einer experimentellen Behandlung versorgt, während die Kontrollgruppe eine für diese Krankheit standardmäßige Behandlung bzw. ein Placebo erhält.

F: Welche verschiedenen Arten von klinischen Prüfungen/Studien gibt es?

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Interventionsstudien (auch Behandlungsstudien genannt) untersuchen, ob neue Behandlungen, neue Arzneimittelkombinationen, neue Methoden der Anwendung von bekannten Therapien oder neue chirurgische oder Strahlentherapieverfahren sicher und wirksam sind. Im Rahmen dieser Studien kann ein Teilnehmer gebeten werden, ein zu prüfendes neues Arzneimittel einzunehmen oder sich einer Operation zu unterziehen.
Präventionsstudien suchen nach besseren Methoden zur Vorbeugung von Krankheiten bei Menschen, die die entsprechende Krankheit noch nicht hatten oder bei denen eine Wiederkehr dieser Krankheit verhindert werden soll. Diese Studien können Arzneimittel, Vitamine, Impfstoffe, Mineralien oder Änderungen im Lebensstil einschließen.
Beobachtungsstudien untersuchen Gesundheitsfragen in großen Gruppen von Menschen. Studienteilnehmer können gebeten werden, Fragen in Bezug auf ihre Familiengeschichte zu beantworten oder Blutproben abzugeben, sie erhalten jedoch keine Behandlung ihrer Krankheiten.
Screeningstudien bestimmen die beste Methode zur Erkennung von bestimmten Krankheiten oder Gesundheitszuständen.
Lebensqualitätsstudien (oder Studien zur unterstützenden Pflege) erforschen Methoden zur Verbesserung des Wohlergehens und der Lebensqualität von chronisch Kranken.

F: Was sind die Phasen von klinischen Studien?

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Klinische Prüfungen/Studien werden in Phasen durchgeführt. Jede Phase einer Studie dient einem anderen/eigenen Zweck und hilft Wissenschaftlern bei der Beantwortung unterschiedlicher Fragen.

Phase I (typischste Studienart: Humanpharmakologie):

Die Phase I beginnt mit der ersten Verabreichung eines Prüfpräparats (Arzneimittel) an Menschen.
Obgleich humanpharmakologische Studien typischerweise als Phase I bezeichnet werden, können diese auch anderweitig in der Entwicklungsfolge zur Anwendung kommen. Studien in dieser Entwicklungsphase haben gewöhnlich ein nicht-therapeutisches Ziel und können an gesunden, freiwilligen Teilnehmern oder an bestimmten Patienten, z.B. Patienten mit mildem Bluthochdruck, durchgeführt werden. Arzneimittel mit bedeutender potentieller Toxizität (Giftigkeit), z.B. zytotoxische (zellschädigende) Arzneimittel, werden gewöhnlich an Patienten geprüft. Studien in dieser Phase können offen, kontrolliert oder randomisiert und verblindet sein, um die Gültigkeit der Beobachtungen zu optimieren.
In der Phase I durchgeführte Studien befassen sich typischerweise mit einem oder mehreren der folgenden Aspekte:
a)  erste Beurteilung der Sicherheit und Verträglichkeit
b)  Pharmakokinetik
c)  Beurteilung der Pharmakodynamik
d)  Frühzeitige Messung der Arzneimittelaktivität

Phase II (typischste Studienart: therapeutisch exploratorisch):

Die Phase II beginnt gewöhnlich mit der Einleitung von Studien, bei denen das primäre Ziel die Untersuchung der therapeutischen Wirksamkeit am Patienten ist. Bei anfänglichen therapeutischen Explorationsstudien können eine Reihe unterschiedlicher Studienentwürfe, einschließlich parallel laufender Kontrollen und Vergleiche mit dem Ausgangsstatus zur Anwendung kommen. Nachfolgende Studien sind gewöhnlich randomisiert und parallel-kontrolliert, um die Wirksamkeit des Arzneimittels und dessen Sicherheit für ein bestimmtes therapeutisches Anwendungsgebiet beurteilen zu können. Studien der Phase II werden typischerweise an Patienten durchgeführt, die aufgrund enger Kriterien ausgewählt wurden und so eine relativ homogene und streng überwachte Gruppe darstellen. Ein wichtiges Ziel dieser Phase ist die Bestimmung der Dosis bzw. von Dosen und Behandlungsfolgen für Studien der Phase III. Frühe Studien in dieser Phase wenden häufig Dosiseskalationsmodelle an, um eine frühzeitige Abschätzung der Reaktion auf die jeweilige Dosis zu ermöglichen; und spätere Studien können die Reaktion auf die Dosis in Bezug auf das jeweilige Anwendungsgebiet bestätigen, indem anerkannte parallele Dosis-Findungs-Modelle angewandt werden (dies könnte auch auf Phase III verschoben werden.
Konfirmatorische Dosis-Findungs-Studien können in Phase II oder später in Phase III durchgeführt werden. Die in Phase II verwendeten Dosen sind gewöhnlich, jedoch nicht immer, geringer als die höchsten in Phase I verwendeten Dosen. Zusätzliche Ziele der in Phase II durchgeführten klinischen Studien können die Beurteilung von potentiellen Studienendpunkten, von therapeutischen Behandlungsfolgen (einschließlich gleichzeitig verabreichter Medikamente) und von Zielpopulationen (z.B. Patienten mit mildem im Gegensatz zu solchen mit schwerem Krankheitsverlauf) einschließen, um diese einer weiteren Prüfung in Phase II bzw. III zu unterziehen. Diese Ziele können durch exploratorische Analysen, die Untersuchung von Datenteilsätzen und durch Einbeziehung von mehreren Endpunkten im Laufe der Studien erreicht werden.

Phase III (typischste Studienart: therapeutisch konfirmatorisch / Hypothesenprüfung):

Die Phase III wird gewöhnlich als Beginn von Studien betrachtet, im Rahmen derer das primäre Ziel der Beweis oder die Bestätigung eines therapeutischen Nutzens ist.
Studien der Phase III dienen zur Bestätigung von vorläufigen, in Phase II gesammelten Beweisen, die zeigen, dass ein Arzneimittel sicher und wirksam für den vorgesehenen Zweck und die Empfangspopulation ist. Diese Studien sind dazu vorgesehen, eine ausreichende Grundlage für die Marktzulassung zu liefern. Außerdem kann im Rahmen von Studien der Phase III das Dosis-Response-Verhältnis (Verhältnis der Reaktionen auf bestimmte Arzneimitteldosen) oder die Anwendung des Arzneimittels in einer breiteren Population, in unterschiedlichen Stadien der Krankheit bzw. in Kombination mit einem anderen Arzneimittel weiter erforscht werden. Für Arzneimittel, die über einen langen Zeitraum verabreicht werden sollen, werden entsprechende Studien mit längerer Arzneimittel-Exposition in Phase III durchgeführt, obwohl diese auch schon in Phase II begonnen werden können. Diese in Phase III durchgeführten Studien vervollständigen die Informationen, die für die angemessenen Anweisungen zur Verwendung des Arzneimittels erforderlich sind (offizielle/amtlich zugelassene Produktinformationen).

Phase IV (Verschiedene Studien: therapeutische Anwendung):

Phase IV beginnt nach der Zulassung des Arzneimittels. Studien zur therapeutischen Anwendung gehen über die vorherige Beweiserbringung der Sicherheit und Wirksamkeit des Medikamentes, sowie der Bestimmung seiner Dosierung, hinaus.
Studien der Phase IV sind alle diejenigen Studien (im Unterschied zu routinemäßigen Überwachungen), die nach der Arzneimittelzulassung stattfinden und sich auf das zugelassene Anwendungsgebiet (Indikation) beziehen. Dabei handelt es sich um Studien, die für die Zulassung als nicht erforderlich erachtet wurden, die aber oft zur Optimierung der Arzneimittelanwendung wichtig sind. Diese Studien können jeglicher Art sein, sie müssen jedoch valide wissenschaftliche Ziele verfolgen. Beispiele sind: Untersuchungen weiterer Wechselwirkungen zwischen Medikamenten; Dosis-Response- oder Sicherheits-Studien sowie Studien, die die Verwendung innerhalb des zugelassenen Anwendungsgebietes abstützen, z.B. Sterblichkeits-/Erkrankungsstudien, epidemiologische Studien.


3.  TEILNAHME AN EINER KLINISCHEN PRÜFUNG/STUDIE

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Für mögliche Teilnehmer an einer klinischen Studie sind die folgenden häufig gestellten Fragen zum Verständnis der Rolle des Teilnehmers und zum besonderen Ablauf einer klinischen Studie wichtig.

F: Wer kann an einer klinischen Studie teilnehmen?
F: Was geschieht im Laufe einer klinischen Studie?
F: Was ist eine Einwilligungserklärung?
F: Wie sollte sich ein potentieller Teilnehmer einer klinischen Studie auf die Besprechung mit dem Forschungskoordinator oder Arzt vorbereiten?
F: Was sollte man vor der Teilnahme an einer Studie bedenken?
F: Bleibt ein Teilnehmer während der Studie mit dem Hausarzt in Verbindung?
F: Was sind Nebenwirkungen und unerwünschte Reaktionen?
F: Was sind die möglichen Vorteile und Risiken der Teilnahme an einer klinischen Studie?
F: Wie wird die Sicherheit des Teilnehmers geschützt?
F: Kann ein Teilnehmer eine klinische Studie beenden, nachdem sie begonnen hat?

F: Wer kann an einer klinischen Studie teilnehmen?

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Alle klinischen Prüfungen/Studien unterliegen Vorschriften, die bestimmen, wer daran teilnehmen kann. Die Anwendung von Einschluß-/Ausschlußkriterien ist ein wichtiges Prinzip der medizinischen Forschung, das zur Erstellung zuverlässiger Ergebnisse beiträgt. Faktoren, die jemandem die Teilnahme an einer klinischen Studie ermöglichen, werden „Einschlußkriterien” und Faktoren, die jemandem die Teilnahme nicht ermöglichen, werden „Ausschlußkriterien" genannt. Diese Kriterien basieren auf Faktoren wie Alter, Geschlecht, Art und Stadium einer Erkrankung, vorherige Behandlungsgeschichte und auf anderen medizinischen Umständen. Ein Teilnehmer muss sich für eine klinische Studie qualifizieren, bevor er sich an ihr beteiligen kann. Manche Forschungsstudien wenden sich an Teilnehmer mit Krankheiten oder Befunden, die im Rahmen der klinischen Studie untersucht werden sollen, während bei anderen Studien die Teilnehmer gesund sein müssen. Hier ist wichtig, festzustellen, dass durch die Einschluß- und Ausschlußkriterien Menschen nicht persönlich abgelehnt werden. Statt dessen dienen diese Kriterien dazu, geeignete Teilnehmer zu bestimmen und ihre Sicherheit zu gewährleisten. Mithilfe dieser Kriterien wird sichergestellt, dass Forscher die von ihnen zu untersuchenden Fragen beantworten können.

F: Was geschieht im Laufe einer klinischen Studie?

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Das bei einer klinischen Studie zur Anwendung kommende Verfahren hängt davon ab, welche Art von Studie durchgeführt werden soll (siehe Welche verschiedenen Arten von klinischen Prüfungen/Studien gibt es?) Das klinische Prüfteam besteht aus Ärzten und Krankenschwestern/-pflegern und möglicherweise Sozialarbeitern und anderem medizinischen Personal. Sie prüfen den Gesundheitszustand von Teilnehmern zu Beginn der Studie, geben besondere Anweisungen zur Teilnahme an der Studie, überwachen die Teilnehmer sorgfältig während der Studie und bleiben nach Abschluss der Studie so lange wie nötig mit ihnen in Verbindung. Bei manchen klinischen Studien werden mehr Tests durchgeführt bzw. sind mehr Arztbesuche erforderlich, als der Teilnehmer normalerweise bei einer üblichen Behandlung einer Krankheit oder eines Zustands erfahren würde. Bei allen Arten von klinischen Studien ist der Teilnehmer mit einem Prüfteam in Kontakt. Die Teilnahme an einer klinischen Studie ist dann am erfolgreichsten, wenn der Prüfplan genau befolgt wird und regelmäßiger Kontakt mit dem Prüfpersonal entsprechend dem vorgegebenen Prüfplan besteht.

F: Was ist eine Einwilligungserklärung?

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Unter einer Einwilligungserklärung versteht man das Verfahren, während dessen die Schlüsselfakten zu einer klinische Prüfung/Studie vor der Entscheidung einer Teilnahme oder Nichtteilnahme erläutert werden. Außerdem handelt es sich auch um fortlaufende Unterweisung von Teilnehmern im Verlauf der Studie. Um jemandem bei dessen Entscheidung zur Teilnahme/Nichtteilnahme zu helfen, erklären die an der Studie beteiligten Ärzte und Krankenschwestern/-pfleger die Einzelheiten der Studie. Außerdem stellt das Prüfteam ein Einwilligungserklärungsdokument bereit, welches Einzelheiten über die Studie wie, z. B. deren Zweck, Dauer, erforderliche Verfahren und wichtige Ansprechpartner enthält. Risiken und mögliche Vorteile werden im Dokument der Einwilligungserklärung erläutert. Teilnehmer entscheiden dann, ob sie das Dokument unterschreiben wollen oder nicht. Wenn ein Teilnehmer nicht lesen und schreiben und somit nicht unterschreiben kann, muss eine lese- und schreibfähige, unbeteiligte Person die mündliche Zustimmung des Teilnehmers bezeugen und die Einwilligungserklärung unterschreiben und datieren. Die Einwilligungserklärung ist kein Vertrag und der Teilnehmer/die Teilnehmerin kann sich jederzeit aus der Studie zurückziehen.

F: Wie sollte sich ein potentieller Teilnehmer einer klinischen Studie auf die Besprechung mit dem Forschungskoordinator oder Arzt vorbereiten?

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  • Planen Sie voraus und schreiben Sie möglicherweise zu stellende Fragen auf.
  • Bitten Sie einen Verwandten oder Bekannten, Sie zur Unterstützung zu begleiten und die Antworten auf ihre Fragen mitzuhören.
  • Bringen Sie ein Tonbandgerät mit, um die Besprechung später nochmals abzuspielen.

F: Was sollte man vor der Teilnahme an einer Studie bedenken?

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Teilnehmer sollten so viel wie möglich über die klinische Studie wissen und sich nicht scheuen, Fragen in Bezug auf die Studie, auf die im Laufe der Studie zu erwartende Versorgung und auf mögliche Kosten an die Mitarbeiter des Prüfteams zu richten. Die folgenden Fragen können als Hilfestellung für den Teilnehmer bei der Besprechung mit dem Prüfteam dienen. Antworten zu einigen dieser Fragen befinden sich in der Einwilligungserklärung.

  • Was ist der Zweck dieser Studie?
  • Wer nimmt an der Studie teil?
  • Warum glauben Forscher, dass die neue, zu prüfende Behandlung wirksam sein wird? Wurde sie schon vorher getestet?
  • Um welche Art von Test und Behandlung handelt es sich?
  • Was sind die möglichen Risiken, Nebenwirkungen und Vorteile der Studie im Vergleich zu meiner gegenwärtigen Behandlung?
  • Wie beeinflusst die Studie möglicherweise mein tägliches Leben?
  • Wie lange wird die Studie dauern?
  • Wird ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein?
  • Wer bezahlt für die Behandlung?
  • Werde ich für andere Auslagen entschädigt?
  • Welche Art von langfristiger Nachsorge ist Teil dieser Studie?
  • Wie weiß ich, dass die Behandlung wirkt? Werden mir die Ergebnisse der Studie mitgeteilt?
  • Wer ist für meine medizinische Versorgung verantwortlich?

F: Bleibt ein Teilnehmer während der Studie mit dem Hausarzt in Verbindung?

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Ja. Im Rahmen der meisten klinischen Studien findet eine kurzfristige Behandlung einer Krankheit oder eines Zustand statt, sie bieten jedoch keine erweiterte oder vollständige medizinische Allgemeinversorgung. Außerdem können Teilnehmer sicherstellen, dass andere Arzneimittel oder Behandlungen nicht dem Prüfplan entgegenwirken, wenn der Hausarzt mit dem Prüfteam in Verbindung steht.

F: Was sind Nebenwirkungen und unerwünschte Reaktionen?

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Nebenwirkungen sind jegliche unerwünschte Wirkungsweisen oder Wirkungen eines Arzneimittels bzw. einer Behandlung. Negative oder unerwünschte Wirkungen sind von Behandlung zu Behandlung unterschiedlich, können aber folgende einschließen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Haarausfall, Hautreizung oder andere körperliche Probleme. Experimentelle Behandlungen müssen auf sofort eintretende wie auch auf langfristig eintretende Nebenwirkungen geprüft werden.

F: Was sind die möglichen Vorteile und Risiken der Teilnahme an einer klinischen Studie?

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Vorteile

Gut ausgearbeitete und durchgeführte klinische Studien stellen für geeignete Teilnehmer die beste Behandlungsmethode dar, um:
  • bei der eigenen Gesundheitsversorgung eine aktive Rolle zu spielen; Zugang zu innovativen Behandlungen zu erhalten, bevor diese gängige Behandlungspraxis sind;
  • während der Studie von medizinischen Experten an führenden Gesundheitsversorgungszentren versorgt zu werden;
  • anderen durch Leistung eines Beitrags zur medizinischen Forschung zu helfen.

Risiken

Die Teilnahme an einer klinischen Prüfung/Studie beinhaltet folgende mögliche Risiken:
  • Unangenehme, ernste oder selbst lebensbedrohende Nebenwirkungen können bei der Behandlung auftreten.
  • Die Behandlung kann sich für den Teilnehmer als unwirksam erweisen.
  • Die Befolgung des Prüfplans kann mehr Zeit in Anspruch nehmen und mehr Aufmerksamkeit erfordern als eine nicht-prüfplangemäße Behandlung, einschließlich Anreisen zu den Prüfstätten, weiterer Behandlungen, Krankenhausaufenthalten oder aufwendiger Dosierungsanforderungen.

F: Wie wird die Sicherheit des Teilnehmers geschützt?

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Ethik- und Rechtskodizes, die die medizinische Praxis betreffen, sind auch auf klinische Prüfungen/Studien anzuwenden. Außerdem regeln Behörden den Großteil der klinischen Forschung, unter Berücksichtigung von Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Teilnehmer. Die Studie folgt einem genau überwachten Prüfplan, der in allen Einzelheiten darlegt, was Forscher im Rahmen der Studie tun werden. Im Laufe der Studie berichten Forscher die Ergebnisse der Studie bei wissenschaftlichen Konferenzen, an medizinische Fachzeitschriften und verschiedene Regierungsbehörden. Die Namen der einzelnen Teilnehmer bleiben vertraulich und werden in diesen Berichten nicht genannt. Jede klinische Studie muss von einer Ethik-Kommission (in den USA: Institutional Review Board (IRB); in der EU: Independent Ethics Committee (IEC)) zugelassen und beaufsichtigt werden, um sicherzustellen, dass die Risiken so gering wie möglich sind und der potentielle Nutzen die Inkaufnahme der Risiken rechtfertigt. Eine Ethik-Kommission ist eine unabhängige Kommission bestehend aus Ärzten, Statistikern, Laien und anderen entsprechend qualifizierten Experten, welche sicherstellen, dass eine klinische Studie ethisch vertretbar ist und die Rechte der Studienteilnehmer gewahrt bleiben.

F: Kann ein Teilnehmer eine klinische Studie verlassen, nachdem sie begonnen hat?

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Ja. Ein Teilnehmer kann eine Studie jederzeit verlassen. Wenn sich ein Teilnehmer aus der Studie zurückzieht, sollte er/sie das Prüfteam darüber informieren und den Grund für das Ausscheiden angeben.





4.  ÜBER DIE EINWILLIGUNGSERKLÄRUNG

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Index:

Einführung
Sicherheitsvorkehrungen
Geschichte
Was zu erwarten ist
Was werde ich in dem Einwilligungserklärungsdokument vorfinden?
Weitere hilfreiche Tipps
Weitere Informationen


Einführung: Definition - Einwilligungserklärung

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Es kann sein, dass Sie schon Erfahrung mit der Unterzeichnung von Einwilligungserklärungsen für andere medizinische Eingriffe, wie Operationen oder Krebsbehandlungen (z.B. Strahlenbehandlung oder Chemotherapie) haben. Im Falle von klinischen Studien bezieht sich die Einwilligungserklärung jedoch auf mehr als nur das Lesen und Unterschreiben eines Stück Papiers. Sie besteht aus zwei wesentlichen Teilen: einem Verfahren und einem Dokument.
Die Einwilligungserklärung enthält eine Zusammenfassung der klinischen Studie (einschließlich deren Zweck, Behandlungsverfahren und Behandlungsplan, mögliche Risiken und Vorteile, Alternativen zur Teilnahme, usw.) und erläutert Ihre Rechte als Teilnehmer. Dieses Dokument dient dazu, das aus Besprechungen mit Ihnen und dem Prüfteam bestehende Einwilligungserklärungsverfahren einzuleiten. Wenn Sie sich für die Teilnahme entscheiden, geben Sie Ihre formale Einwilligung durch Unterzeichnen dieses Dokuments. Sie erhalten eine Kopie davon und sollten diese während der gesamten Studie als Informationsquelle verwenden. Im Rahmen des Einwilligungsverfahrens erhalten Sie fortlaufend Informationen, die Ihnen helfen, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, ob Sie die Teilnahme an einer Studie beginnen bzw. weiterführen möchten. Prüfern und medizinischem Personal ist bewusst, dass ein schriftliches Dokument allein nicht sicherstellen kann, dass Sie vollkommen verstehen, was eine Teilnahme bedeutet. Bevor Sie daher eine Entscheidung treffen, wird das Prüfteam den Zweck der Studie, entsprechende Verfahren, Risiken und mögliche Vorteile, sowie Ihre Rechte als Teilnehmer mit Ihnen besprechen. Sollten Sie sich für eine Teilnahme entscheiden, wird das Team Sie weiterhin mit Informationen, die möglicherweise Ihre Situation betreffen können, auf dem Laufenden halten. Vor, während und selbst nach der Studie wird Ihnen Gelegenheit gegeben, Fragen zu stellen und etwaige Bedenken zu äußern. Daher ist die Einwilligungserklärung eher ein fortlaufendes, interaktives Verfahren als eine einmalige Aufklärungsbesprechung.

Sicherheitsvorkehrungen: die Einwilligungserklärung und das umfassendere Schutzsystem

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Die Einwilligungserklärung für klinische Studien ist nur ein Teil eines umfassenderen Systems zum Schutz von Menschen, die zum einen Forschern bei der Beurteilung neuer Methoden helfen möchten, die vielleicht Behandlung, unterstützende medizinische Versorgung, Screening und Prävention verbessern können, und die zum anderen gleichzeitig aus diesen neuen Methoden Nutzen ziehen möchten. Dieses System gewährleistet, dass klinische Studien ethisch und ohne unzulässige Risiken für Teilnehmer durchgeführt werden. Einige der Quellen, auf denen dieses Schutzsystem basiert sind im Folgenden beschrieben.


Die Geschichte der Einwilligungserklärung und des Schutzsystems

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Im Laufe des letzten halben Jahrhunderts haben internationale medizinische Gemeinschaft zahlreiche Schritte unternommen, um an klinischen Studien teilnehmende Menschen zu schützen. Der folgende Abriss gibt einen Überblick über einige der Schlüsselereignisse, die zur Entwicklung des gegenwärtigen Systems beigetragen haben.

1947 – Der Nürnberger Kodex
Er entstand in Erwiderung auf die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gegen Nazi-Ärzte, die unethische Experimente während des Zweiten Weltkriegs durchführten. Dieser Code stellt das erste internationale Dokument dar, das Richtlinien der Forschungsethik vorgibt. Es machte die freiwillige Zustimmung zum Erfordernis in klinischen Forschungsstudien und hob hervor, dass die Einwilligung nur dann freiwillig ist, wenn Folgendes zutrifft:
  • die Teilnehmer sind zustimmungsfähig;
  • sie stehen nicht unter Zwang (d.h. Druck von außerhalb); und
  • sie verstehen die damit zusammenhängenden Risiken und Vorteile.

Der Kodex bestimmt auch, dass Forscher Risiken und Gesundheitsschäden zu minimieren haben, dass die Risiken die möglichen Vorteile nicht signifikant überwiegen dürfen, dass ein geeignetes Studiendesign anzuwenden ist und dass es Teilnehmern jederzeit freigestellt bleiben muss, aus der Studie auszuscheiden. Der Nürnberger Code wurde von der UN-Generalversammlung im Jahre 1948 angenommen.

1964 - Erklärung von Helsinki
Beim 18. Medizinischen Weltkongress in Helsinki, Finnland, übernahm der Weltärztebund 12 Prinzipien als Richtlinien für Ärzte zu ethischen Überlegungen in Bezug auf die biomedizinische Forschung. Dabei wird der Unterscheidung zwischen der medizinischen Versorgung, die dem Patienten direkt zugute kommt, und der Forschung, die einen direkten Nutzen beinhalten oder nicht beinhalten kann, hervorgehoben. Diese Richtlinien wurden bei nachfolgenden Kongressen überarbeitet: 1975 (Tokio, Japan), 1983 (Venedig, Italien), 1989 (Hong Kong), 1996 (Somerset West, Südafrika), 2000 (Edinburgh, Schottland) und 2008 (Seoul, Süd-Korea); entsprechende Anmerkungen erfolgten 2002 (Washington) und 2004 (Tokio).

1996 – ICH-Leitlinie zur Guten Klinischen Praxis
Die Internationale Konferenz zur Harmonisierung technischer Anforderungen zur Registrierung pharmazeutischer Produkte zur Verwendung am Menschen (ICH, International Conference on Harmonisation of Technical Requirements for Registration of Pharmaceuticals for Human Use), ist ein einzigartiges Projekt, das die Zulassungsbehörden von Europa, Japan und den Vereinigten Staaten, sowie Experten aus der pharmazeutischen Industrie dieser drei Regionen zur Besprechung wissenschaftlicher und technischer Aspekte der Arzneimittelzulassung zusammenbringt. Die ICH-Leitlinien sollen die Unterschiede bei Arzneimittelentwicklungsverfahren in diesen drei wichtigen pharmazeutischen Regionen harmonisieren. Viele andere Länder wie Australien, Kanada und EFTA-Länder haben diese Empfehlungen später übernommen.
Diese ICH-Richtlinie erläutert die Prinzipien und die Praxis zum Schutz von Probanden in klinischen Studien.


WAS ZU ERWARTEN IST

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Obgleich die Einwilligungserklärungen verschiedener Forschungsinstitute und klinischer Zentren unterschiedlich sind, dürfen Sie im Allgemeinen Folgendes erwarten:
  • Eine Einführungsbesprechung , bei der ein Mitglied (oder mehrere Mitglieder) des Prüfteams Ihnen die Einwilligungserklärungvorlegt und Ihnen deren Inhalt erklärt. An dieser Besprechung können auch Ihr Facharzt oder Hausarzt sowie Krankenschwestern/-pfleger, Sozialarbeiter, Patientenvertreter und/oder ein Krankenhauspsychologe teilnehmen. Sie dürfen auch ein Familienmitglied oder einen Bekannten zur Unterstützung mitbringen, die Ihnen beim Verfolgen der vermittelten Informationen helfen können. Diese Informationen müssen klar und verständlich erläutert werden, wobei Ihnen genügend Zeit zum Überdenken und Fragenstellen gegeben werden sollte. Möglicherweise erhalten Sie ein Video- oder Audioband, oder sogar ein interaktives Computerprogramm, um Ihnen das Verständnis der Informationen in der Einwilligungserklärung zu erleichtern.
    Wenn Ihr Kind an der klinischen Studie teilnehmen wird, werden Sie an Stelle Ihres Kindes dieses Verfahren durchlaufen. Es kommt immer häufiger vor, dass Kinder über 6 Jahren gebeten werden, ebenfalls ihre „Zustimmung" zur Teilnahme zu geben. In diesem Fall werden Sie gebeten, die Genehmigung zur Teilnahme Ihres Kindes am Zustimmungsverfahren zu geben. Im Rahmen dieses Verfahrens erhält ein Kind oder ein Jugendlicher ein Formular, das in konkreten und altersgerechten Begriffen sowohl den Zweck der Forschung erklärt, als auch was von ihnen verlangt wird und welchen Behandlungen sie unterzogen werden. Gewöhnlich erklären auch Krankenschwestern/-pfleger oder andere Mitarbeiter die Informationen und geben dem Kind die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Kinder werden dann gebeten, ihre Zustimmung entweder durch Unterschreiben des Formulars oder durch Anbringen eines Zeichens an einer bestimmten Stelle zu geben.
  • Zeit zur Verarbeitung der Informationen. Die Aufnahme dieser Informationen im Laufe einer einzigen Besprechung kann schwierig sein, insbesondere bei emotionalem Stress. Es muss Ihnen eine Kopie des Dokuments gegeben werden, damit Sie dieses mit nach Hause nehmen und so oft wie Sie es für nötig halten, erneut durchgehen können, und damit Sie das Dokument mit Familienmitgliedern, Bekannten, Sozialarbeitern, Geistlichen, einem Patientenvertreter oder irgendwelchen anderen Beratern besprechen können.
  • Einschätzung Ihres Verständnisses. Das Prüfteam hat sicherzustellen, dass Sie die Informationen verstehen. Dazu können Sie gebeten werden, einen Fragebogen auszufüllen, man kann Ihnen mündliche Fragen stellen oder man lässt Sie bestimmte Aspekte der Studie in Ihren eigenen Worten erklären. Außerdem müssen Sie das Team darauf hinweisen, wenn Sie irgendetwas nicht verstehen. Wenn Sie feststellen, dass im Dokument Worte verwendet werden, die für Sie schwer verständlich sind, zögern Sie bitte nicht und fragen Sie.
  • Gelegenheiten Fragen zu stellen. Sowohl bei der ersten als auch bei jeder nachfolgenden Besprechung muss Ihnen Gelegenheit gegeben werden, Fragen zu stellen und Bedenken zu äußern. Stellen Sie solange Fragen, bis Sie alle für Sie erforderlichen Informationen zum Treffen einer Entscheidung haben.
  • Fortlaufende Aktualisierung der Informationen. Im Laufe der Studie kann es sein, dass das Prüfteam neue Informationen entdeckt, die Ihre Gesundheit, Ihr Wohlergehen oder Ihre Bereitschaft, weiterhin an der Studie teilzunehmen, beeinflussen könnten. Dies wird Ihnen vom Team mitgeteilt und Sie können gebeten werden, eine neue Einwilligungserklärung zu unterzeichnen. Natürlich bleibt Ihnen freigestellt, die Studie zu verlassen, wenn sie aufgrund dieser Informationen Bedenken in Bezug auf Ihre weitere Teilnahme haben.

WAS WERDE ICH IN DEM EINWILLINGUNGSERKLÄRUNGSDOKUMENT VORFINDEN?

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Obgleich Einwilligungserklärungsformulare von Ort zu Ort verschieden sind, müssen sie alle im Folgenden beschriebenen Informationen vermitteln, d.h. in für Sie verständlicher Sprache, wenn nötig mit Hilfe des Prüfteams. Diese Informationen müssen Folgendes beinhalten:


Zweck [Warum wird die klinische Studie durchgeführt?]


In diesem Abschnitt wird von Forschern erläutert, warum sie diese Studie durchführen. Deren Begründung hängt von der Art der Krankheit und der Art der Studie ab (z.B. ob sie neue Präventions-, Screenings-, unterstützende Versorgungs- oder Behandlungsmethoden untersuchen). Forscher führen Behandlungsversuche durch, entweder weil sie bisher keine wirksame Behandlung für eine bestimmte Art Krankheit gefunden haben oder weil sie nicht sicher sind, welche Behandlungsmethode am besten wirkt.

Beschreibung von Verfahren [Was umfasst die Prüfung/Studie?]

In diesem Abschnitt werden die Verfahren beschrieben, denen Sie sich unterziehen werden, wie oft und wo diese Verfahren durchgeführt werden (zu Hause, in einem Krankenhaus oder einem klinischen Zentrum oder in der Ambulanz). Bei Behandlungsstudien muss dieser Abschnitt Folgendes enthalten:
  • Verfahren, die Teil der regulären medizinischen Versorgung sind und durchgeführt werden können, selbst wenn Sie nicht an der Studie teilnehmen;
  • Standardmäßige Verfahren, die durchgeführt werden, weil Sie an der Studie teilnehmen; und
  • Verfahren, die im Rahmen der Studie geprüft oder ausgewertet werden.
Wenn es sich um eine „randomisierte” Studie handelt, werden Sie auf Zufallsbasis (durch Computer) einer von zwei oder mehreren Studiengruppen zugewiesen. Menschen in den verschiedenen Gruppen erhalten unterschiedliche Behandlungen oder Behandlungskombinationen, so dass Forscher auswerten können, welche davon die wirksamste ist. In diesem Fall muss das Dokument klar darstellen, welchen Verfahren sich jede Gruppe unterziehen wird. Außerdem muss angegeben werden, welche Wahrscheinlichkeit der Platzierung in der einen oder anderen Gruppe besteht.

Dauer [Wie lange werde ich an der Studie teilnehmen?]

In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie lange die Studie dauert und ob eine Nachversorgung stattfindet und wenn ja, wie lange diese dauert. Dieser Abschnitt enthält auch Informationen darüber, unter welchen Umständen Sie von den Forschern aus der Studie herausgenommen werden können (beispielsweise, wenn sich Ihr Zustand verschlechtert oder wenn neue Informationen darauf hindeuten, dass Sie nicht weiterhin teilnehmen sollten). Das Dokument muss klar herausstellen, dass Sie das Recht haben, jederzeit Ihre Teilnahme an der Studie zu beenden und die möglichen medizinischen Konsequenzen einer plötzlichen Beendigung der Teilnahme sollten beschrieben werden.

Risiken [Was sind die möglichen Risiken der Studie?]

Dieser Abschnitt enthält voraussehbare körperliche und nicht-körperliche Risiken der Teilnahme an der Studie. Nicht-körperliche Risiken sind z.B. Abwesenheit von der Arbeit, während körperliche Risiken Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen oder Infektionsanfälligkeit umfassen können. Das Dokument muss die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieser Risiken angeben, sowie deren mögliches Ausmaß und ob es wahrscheinlich ist, dass sie von kürzerer Dauer (treten nur während der Studie oder kurze Zeit danach auf) oder von längerer Dauer sind (mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre nach Abschluss der Studie). Im Dokument muss klar angegeben sein, welche Risiken mit dem Forschungsaspekt der Studie zusammenhängen. Außerdem müssen spezielle Informationen in Bezug auf Risiken der Fruchtbarkeitsverminderung vorhanden sein. (Könnte die Studienteilnahme bei Ihnen zur Unfruchtbarkeit führen? Sollten Sie eine Schwangerschaft bzw. die Zeugung eines Kindes vermeiden, während Sie an der Studie teilnehmen? Können Sie während Ihrer Studienteilnahme ein Kind stillen?)

Vorteile [Bietet meine Teilnahme Vorteile?]

Das Dokument beschreibt jegliche Vorteile, die man für Sie oder andere erwarten könnte. Eine Studie kann Ihnen direkte medizinische Vorteile bringen oder auch nicht, jedoch kann sie zu Erkenntnissen führen, die anderen in der Zukunft helfen können.

Alternativen zur Teilnahme [Was sind meine Optionen, wenn ich nicht teilnehme?]

In Bezug auf Behandlungsstudien beschreibt dieser Abschnitt welche Versorgungsoptionen Sie außer der Teilnahme an der Studie haben, z.B. andere gewöhnlich verwendete Therapien oder überhaupt keine Behandlung.

Vertraulichkeit

Diese Aussage gibt an, bis zu welchem Grad Ihre Daten vertraulich sind. An dieser Stelle müssen Sie darüber informiert werden, welche Gruppen bzw. Organisationen (z.B. der Sponsor der Studie) Zugriff auf Ihre Unterlagen zur Qualitätssicherung und Datenanalyse haben.

Kosten / zusätzliche Auslagen [Was sind die Kosten?]

Dieser Abschnitt gibt an, ob Ihnen oder Ihrem Versicherungsträger durch die Teilnahme an der Studie zusätzliche Kosten entstehen. Weiterhin behandelt werden Kostenfragen, z.B. wer kommt für die medizinische Versorgung im Notfall bei Verletzung oder Krankheit auf; müssen Sie für Arzneimittel, die im Laufe der Studie (im Falle einer Arzneimittelstudie) in Verkehr gebracht werden, zahlen; werden Sie für Ihre Teilnahme finanziell entschädigt oder nicht.

Rechte der Teilnehmer [Was sind meine Rechte als Teilnehmer?]

Im Einzelnen muss das Dokument klarstellen dass:
  • Ihre Teilnahme freiwillig ist,
  • Ihnen freigestellt ist, nicht teilzunehmen oder jederzeit auszuscheiden, ohne dass Ihnen dadurch ein Nachteil oder der Verlust von Vorteilen entsteht, und
  • Ihnen jegliche neuen Informationen, die Ihre Teilnahme beeinflussen könnten, mitgeteilt werden.

Kontaktinformationen [An wen wende ich mich mit Fragen oder Problemen?]

Zur Beantwortung von Fragen über die Studie oder eine forschungsbezogene Beeinträchtigung müssen Ihnen der Name und die Telefonnummer eines Ansprechpartners (gewöhnlich ein Mitglied des Prüfteams) gegeben werden. Außerdem muss Ihnen eine Telefonnummer der Ethik-Kommission bzw. der Patientenvertretung gegeben werden, für den Fall, dass Sie Fragen in Bezug auf Ihre Rechte als Studienteilnehmer haben.

Ergänzende Informationen [Wo kann ich weitere Informationen erhalten?]

In diesem Abschnitt werden weitere Quellen angegeben, die sich bei Ihrer Entscheidung als nützlich erweisen können. Solche Quellen umfassen Informationsbroschüren, gemeinnützige Organisationen und Internet-Quellen.

Die Unterschrift

Ihre datierte Unterschrift stellt eine rechtsgültige Einwilligung zur Teilnahme an der Studie dar. Sollte der Teilnehmer Analphabet sein, müssen Forscher besonders darauf achten, dass die von ihnen gegebenen Studieninformationen vom Teilnehmer verstanden werden, wobei eine lese- und schreibfähige unbeteiligte Person die mündliche Einwilligung des Teilnehmers bezeugen und das Dokument im Namen des Teilnehmers unterschreiben muss. Sollte einer dieser Abschnitte in der Einwilligungserklärung unvollständig sein oder fehlen, so zögern Sie nicht, nach dieser Information zu fragen.

Weitere hilfreiche Tipps

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  • Behalten Sie eine Kopie der Einwilligungserklärung als hilfreiche Unterlage für die Dauer der Studie. Fordern Sie eine Kopie an, wenn Ihnen keine angeboten wird. Außerdem können Sie einen vollständigen Prüfplan anfordern.
  • Entsprechend den Prinzipien der Guten Klinischen Praxis darf kein Einwilligungserklärungsdokument Formulierungen enthalten, die Sie bitten oder den Anschein erwecken, Sie zu bitten, auf Ihre gesetzlichen Rechte zu verzichten oder den Prüfarzt/die Prüfärztin, den Sponsor oder die Einrichtung bei Fahrlässigkeit von ihrer Haftpflicht zu befreien.
  • Wenn Sie die Formulare, die Sie unterschreiben sollen, nicht verstehen, scheuen Sie sich bitte nicht, jemandem mitzuteilen, dass Sie Schwierigkeiten haben. Wenn Sie beim Lesen des Dokuments anfangs Schwierigkeiten haben, regen Sie sich bitte nicht auf. Viele Menschen werden beim Lesen und Unterzeichnen von Dokumenten und bei der Unterhaltung mit einem Arzt nervös. Nehmen Sie sich Zeit und bitten Sie um Hilfe, wenn Sie diese benötigen.

Weitere Informationen: Quellen zum Verständnis der Einwilligungserklärung

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Es kann sein, dass das die Einwilligungserklärung betreffende Verfahren und die Besprechungen mit Ihrem medizinischen Team für Sie genügen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Wenn Sie wünschen, können Sie auch weitere externe Quellen heranziehen, bevor Sie sich entschließen. Andere gute Informationsquellen sind u.a.:
  • Krankenhäuser in Ihrer Kommune
  • Ethik-Kommissionen
  • Patientenvertretungs- und Patientenunterstützungsgruppen
  • Büchereien und Internet-Recherchen

Bedenken Sie bitte, dass jedermann unterschiedliche Informationsbedürfnisse hat. Sie sollten das tun, was Ihnen am besten dabei helfen kann, diese wichtige Entscheidung zu treffen.






Quelle: basierend auf clinicaltrials.gov, cancer.gov und ich.org
Häufig gestellte Fragen, datiert 20. Juli 2005
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